Fazzoletti sich wer
kann
Von rockigen
Elementen, die aus ihrem bewährten Funkjazz Grundsound immer wieder ausbrechen, bis hin zu HipHop in deutscher Sprache scheint der
Drang zur Party mittlerweile jegliche
Hemmschwellen verdrängt zu haben.
Fazzoletti machen schlichtweg was immer sie gerade wollen.
Lediglich die allumfassende Religion des Pop könnte da vielleicht noch halbwegs treffend den
Sound in sich vereinen - wesentliches Kriterium ist und bleibt der Tritt in den werten Hintern
des Publikums. 
Dr. Fatim Boutros drückt am Drumset ohne Ende – Vorbild bleibt
hier der Vergeistigung zum Trotze das Tier aus der Muppet–Show. Er ist aber schon aufgrund seiner
Kollektion an Hawaii-Hemdchen jede Reise wert. Selbst den Gesang scheint er für sich
entdeckt zu haben - wenn man jenes Mitgrölen der Refrains, das sogar ohne Verstärkung
gut zu hören bleibt, mit diesem Begriff adeln möchte.
Unverwechselbar auch das rosarote Maskotchen im Felljäcken: „The
fabolous Fips“ Buschke,stolzer Vintage-Pianist und Raumfahrtsbeauftragter der Band, bringt
mit seinen Retro- Analogsynths
selbst die brachialsten Rockgrooves zum Schweben und robotert durch seinen Vocoder auch die ein oder
andere unvergängliche Lebensweisheit.
Melodiöse Richtung verleiht all jenem rhythmischen Berserkern, abgespacesten
Wabern und lyrisch-kranken Selbstdarstellen Frauenschwarm
Lionel Buschke - oft auch als musikalischer Schöngeist der Band bezeichnet. Die
prägende Orientierung am klassischen Wohlklang bleibt selbst dann bestehen,
wenn’s zur Sache geht, wie beim
röhrenden Nebelhornsound seiner legendären „Hafenrundfahrt“.
Seit jeher eine Macht, sorgt mit seiner messerscharfen Frisco-Gitarre KJ
Ross schließlich für unkontrollierbare Zuckungen
des Publikums. Seine wahren Stärken liegen nicht nur in seinen
bestechenden jazzigen Groovesounds; er ist eindeutig auf der
Überholspur zuhause, wo Schmutzspritzer bekanntlich niemals
ausbleiben.
Für die tiefen Töne sorgt Stefan Hiemer am "Brummstängel" und gibt dem Groove die richtige
Würze. Aber auch die höheren Tonregionen sind vor ihm nicht sicher und werden mit und
auch ohne Bundstäbchen attackiert.
Die fünf Herren von der Funkstelle leihen sich des öfteren den
Sänger Johannes mit seiner souligen
Pop-Stimme aus. Mit seiner Hilfe bleiben sie auch ihren früheren gesangsorientierteren
Nummern treu, die auf dem Silberling „Summerrain to my Soul“ ein großes Publikum
erfreuten. „Chakra No. 35“ , „Anxiety“, „Hesitation“ und
„Sattelite“ sind nach wie vor zu hören – eine neue CD mit den aktuellen
Songs ist schon in Arbeit.

Das
jüngste Mitglied der Band, Thorsten alias CaNi Emcee from the EnBeGee, sorgt mit seinen Raps
für ein bisschen mehr
Hip in dem
Funk-Hop. Seine lockere Zunge hat sich schnell in den Groove der Band
eingefügt. Die Nummern "Right Side" und "Anxiety" haben dem Deutsche-Pop Absolventen und
Beatmaker einen Platz im Fazzolettiverse gesichert.
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