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18.12.2010 Nürnberger-Nachrichten 
Fränkische Freakshow feiert Jubelkommunion: 25 Jahre Fazzoletti
Neunzehnhundertfünfundachtzig – die Rainbow Warrior wird vom französischen Geheimdienst
versenkt, Michael Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU und Boris Becker gewinnt mit 17 als
jüngster Tennisspieler aller Zeiten den Grandslam in Wimbledon. Ach ja, und außerdem: fünf
Hilpoltsteiner Lausbuben gründen eine Band, die ein Vierteljahrhundert später immer noch als ein
lebendes Kuriositätenkabinett über süddeutsche Bühnen geistert. Mag es auch nie für
die ganz großen Schlagzeilen gereicht haben, ist das Burgstadt-Fossil heute unstrittig Teil einer
facettenreichen musikalischen Regionalgeschichte geworden.
Die Herren um den personifizierten Umtrieb KJ Ross, haben sich durch exstatische Freude am live-Spiel als funky
freakshow etabliert, die nicht müde wird einen Sound zu verkörpern, der heute so wenig dem
musikalischen Mainstream entspricht wie vor 25 Jahren. In einer Zeit, da jede Teenagergaragencombo ihren
fünften Tonträger veröffentlicht, scheint sich Fazzoletti nach ihrem letzten Album von 2001
schon vor einem Jahrzehnt auf ihre eigentlichen Qualitäten besonnen zu haben. Der überschaubare
Club-Gig ist das Element, in dem sich die Band unverschämt wohl fühlt. Mit intuitiver Sicherheit
werden Eigenkompositionen live so kompromisslos umgesetzt, dass selbst im berüchtigt drögen
Frankenland kein Stein auf dem anderen bleibt. Wenn die Taschentücher – so die deutsche
Übersetzung des italienischen Bandnamen – das Bühnengeschehen in die Hand nehmen, dann weicht
für mindestens zwei Stunden der Alltag einem Feuerwerk aus durchgehend tanzbarem Irgendetwas, das
stilistische Vergleiche unnütz und unzutreffend erscheinen lässt.
Der Sound ist und bleibt analog, ehrlich und vor allem groovig. Wenn Fazzoletti seit 1985 eines ist, dann
eigen: es ist und bleibt Fazzoletti und nichts anderes. Die klassische Instrumentierung, die weit in die 70er
zurückverweist, die liebevoll heruntergewirtschafteten Vintage-Instrumente, der pulsierende Nerdfaktor
– all das spiegelt die Einzelpsychen einer Formation, die es ihrem Umfeld nie recht machen wollte. In der
Sturm und Drang Phase der Band hallte der Schlachtruf folglich: „Fazzoletti sich wer kann!“ Und es
letteten sich einige: In der heißen Phase bespaßte die Band von Hamburg bis Zürich alles, was
bei drei nicht auf dem Baum war. Vierzig Konzerte im Jahr keine Seltenheit. Doch wie nicht anders zu erwarten,
hielten bei den nicht mehr ganz so naseweißen Taschentüchern irgendwann die B-Lastungen des
Erwachsenenlebens Einzug. Beruf, Beziehung, Bengel, Blues und Palais Schaumburg, um nur einige zu nennen. Heute
scheint es auch nach wiederholten personellen Veränderungen, als habe der längst verabschiedete
Erfolgsdruck zusammen mit der ein oder anderen Lachfalte, den Weg zur wahren Spielfreude erst geebnet. Es ist
einfach schön zu sehen, wie eine Band, die seit Schulzeiten zusammenspielt, gemeinsam älter wird und
dabei nie die Freude am feiern und tanzen, lästern und lachen verliert. Wir freuen uns über, mit und
auf Fazzoletti – auf die nächsten 25 Jahre!
Frankfurter Allgemeine Zeitung 02.11.1998: ...Im Balzinger wo die
Band Fazzoletti mit der Ankündigung „Funk Jazz goes Hip Hop“ lockte, zeigte sich, daß es
sich lohnte, sich nicht vor der Tür Wartender abschrecken zu lassen. Schon nach knapp 15 Minuten war ein
SItzplatz ergattert, und die vielleicht beste Musik der ganzen Tour belohnte für die Mühe.
Nürnberger Nachrichten 10.12.1998:
Die Musik von Fazzoletti ist sexy und vermittelt einem das komische Gefühl glücklich zu sein und an
Gutes zu glauben
Weißenburger Zeitung 03.04.2000:
Jazzige Musik, die in die Beine geht. Fazzoletti ist das Zusammentreffen von Musikern , die sowohl an Jazz als
auch an Pop und Rock Spaß haben.
Fränkische Landeszeitung 06.01.2001:
Der Tanzwahn ist allerdings die realistischere Reaktion auf die prickelnde Musik der Nürnberger Formation.
Die Musiker blasen den Zuhörern ganz locker irgendetwas zwischen Fusion-Jazz, Rare Grooves, Latin, Hip
Hop, Funk und Acidjazz um die Ohren, garniert mit einer unterhaltsamen Bühnenpräsenz. Ein
Haufen brillianter Solisten, die sich zu einer Band zusammengefunden haben. Peitschenartig knallen satte
Tonfolgen des Gebläses in das von Schlagzeug und Bass aufgebaute Rhythmusgeflecht, unisono
unterstützt von der Gitarre. Eigenständigkeit bedeutet indiesem Falle nicht die Neuerfindung des
Rades in der Jazz Musik, sondern die clevere Vermengung all dessen, was gut und tanzbar ist.
Baseler Zeitung, 20.10.2003: Da, wo im Birseckerhof normalerweise Tische stehen, versprühte die
Nürnberger Band Fazzoletti kurz nach 20 Uhr Funkiges. Und vermittelte dabei eine derart relaxte Stimmung,
dass man am liebsten gleich den ganzen Abend da geblieben wäre. „The best set, I have seen in
years!“
Weitere Pressestimmen
- Musik als Ausdruck von Lebenslust und Lebensgier
- ...definitiv nicht die Art von Jazz, bei der man sich nebenbei das Gebiss reinigen kann
- Die Band ist nicht nur sein über zehn Jahren beliebter Garant für das Gelingen jeder Tanzparty im
fränkischen Großraum, sondern auch eine absolut ernstzunehmende Größe.
- Die Musiker, die diese überzeugenden Acid-Jazz-Versionen präsentieren, stammen nicht etwa aus New
York, sondern aus dem fränkischen Nürnberg. Die Formation zeigt, dass rhythmisch angelegter Fusion
Jazz tanzbar, aber auch spannend, lässig und stilsicher, spontan und trickreich sein kann, wenn man sich
auf den Funk als federnden Unterboden verläßt. Die sieben Musiker pendeln locker zwischen Latin und
Hip Hop, technoiden Computersounds und nostalgischen Orgelklängen à la 70er Jahre.
- Spielend bewegen sich Fazzoletti zwischen den Stilen. Angesiedelt im Jazz und Rock, haben sie starke
Funkeinschläge. Schöne runde Kompositionen haben Fazzoletti. Mal mit Ohrwurmcharakter mal mehr zum
Tanzen. Auf der Bühne wird nach Herzenslust improvisiert.
- Aggressiv werden Hip Hop Elemente ebenso verbraten, wie tiefschwarzer Sprechgesang.
- Ein feuriges Potpourri fetziger funkiger Dance-Grooves
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